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Inhalt

Salmonellose

Allgemein

Zwei Reihen kleiner bunter chemischer Proben

Salmonellen zählen weltweit zu den wichtigsten bakteriellen Infektionserregern bei Menschen und Tieren. Aufgrund der guten Überlebensfähigkeit in der Umwelt und der hohen Infektionsrate bei Geflügel, Schweinen, Rindern sowie im Haushalt gehaltenen Reptilien zählen Salmonellosen zu den wichtigsten aktuellen Zoonosen. Generell werden 2 Spezies unterschieden, Salmonella enterica mit insgesamt sechs Subspezies und Salmonella bongori. Eine weitere Einteilung wird in Serogruppen und schließlich in Serotypen (Serovare) vorgenommen. Die Differenzierung in Serogruppen basiert auf O- (Oberflächen) Antigenen. Die Unterteilung in Serotypen (Serovare) wird durch die sog. H-Antigene (Flagellen-Antigene) ermöglicht. Dabei können bei ein- und demselben Salmonellen-Serotyp zwei unterschiedliche H-Antigene vorkommen, die man als Phase 1 (H1) und Phase 2 (H2) bezeichnet. Ob nur eine oder beide Phasen gleichzeitig ausgebildet werden, hängt von der Aktivität der verantwortlichen Gene ab. Da Salmonellen in einer sehr großen Zahl von Serovaren auftreten, bildet das sog. White-Kauffmann-Le Minor-Schema, das vom  WHO Collaborating Centre for Reference and Research on Salmonella am Pariser Pasteur-Institut regelmäßig aktualisiert wird, die international verbindliche Grundlage für die Gliederung der Salmonellen. Aktuell sind dort mehr als 2500 Serovare definiert. International hat sich in den diagnostisch tätigen Laboren eine Schreibweise durchgesetzt, bei der die Eigennamen der Serovare groß und nicht kursiv geschrieben werden, beispielsweise Salmonella Enteritidis. Näheres zur Systematik der Salmonellen.

Erreger

Bei den Salmonellen handelt es sich um gram-negative, lactose-negative Stäbchenbakterien der Familie Enterobacteriaceae mit unterschiedlicher Wirtsanpassung und Virulenz. Die Virulenz der Salmonellen wird von der Adhäsivität, der Invasivität, der Toxinbildung (Endo-, Cyto- und Enterotoxine) sowie dem fakultativ intrazellulären Parasitismus bestimmt. Sie besitzen eine hohe Tenazität, d.h., sie können wochen- bzw. monatelang in der Umwelt überleben. Sicher abgetötet werden Salmonellen bei Temperaturen über 70°C nach ca. 15 Minuten. Salmonellen können sich bei Temperaturen von 10 bis 45 °C vermehren, die optimale Temperatur beträgt 37 °C.

Krankheitsbild/Klinik

Das Habitat der Salmonellen ist der Darm von Tieren und Menschen. Die Infektion der Tiere erfolgt in den meisten Fällen oral über Futtermittel, die durch Kot infizierter Tiere kontaminiert wurden. Bei den tierartadaptierten Salmonellen steht der Übertragungsweg über die Ausscheidung meist latent infizierter Tiere im Vordergrund. Salmonellosen können bei allen Tierarten nachgewiesen werden. Hauptformen der klinisch manifesten Salmonellosen sind Darmentzündungen und septikämische Allgemeininfektionen. Die Infektion verläuft jedoch auch häufig latent.

Diagnose

Da Salmonellen im Kot infizierter Tiere aufgrund einer unregelmäßigen Erregerausscheidung und einer starken Begleitflora häufig nur in einer geringen Keimzahl vorkommen, ist für den Nachweis zunächst eine Anreicherung und gleichzeitig eine Unterdrückung von Begleitkeimen notwendig. Für die Abgrenzung zu anderen Enterobacteriaceen werden Differenzialnährböden eingesetzt, die eine gewisse Selektion ermöglichen.

Die serologische Diagnostik und die Einordnung in das sog. White-Kauffmann-Le Minor-Schema werden schließlich durch die Bestimmung der O-und H-Antigene erreicht, die mittels käuflicher O- und H-Antiseren in der Objektträgeragglutination vorgenommen wird.

Info

Die Anzahl an Salmonellen erkrankter Menschen ist in den letzten Jahren gesunken. Die Bekämpfung dieser Zoonose stellt bei Tieren aber nach wie vor eine Herausforderung dar. Das Ziel besteht darin, durch konsequente Untersuchungen von Tieren diese als Infektionsquellen für Salmonellen zu erkennen und so die Salmonellosen zu bekämpfen. Strategien zur Bekämpfung der Salmonellose sind auf Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltungen fokussiert (Hühner-Salmonellen-Verordnung, Schweine-Salmonellen-Verordnung, Rinder-Salmonellose-Verordnung), da diese Nutztierarten in mehr als 50 % der Salmonellen-Infektionen des Menschen involviert sind. Überwachungsmaßnahmen in Geflügel- und Schweinhaltungen sind durch EU-Richtlinien und Verordnungen sowie durch nationale Rechtsvorschriften geregelt. Monitoring-Programme halten zudem den aktuellen Stand der Salmonellen-Verbreitung bei Tieren und deren Produkten fest.